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 VASCULITIS / ANGIITIS
Tilt-Vasculitis
Vaskulitis im Kindesalter
Anzeichen & Folgen einer Vaskulitis

GEFÄSSENTZÜNDUNG/VASKULITIS

Anzeichen/Symptome/Folgen

Vaskulitis (Mehrzahl: Vaskulitiden) ist eine Entzündung von Blutgefässen. Sie gehören gleichzeitig zu den facettenreichsten Krankheitsbildern, da prinzipiell Blutgefässe in allen Organen erkranken können. Ein Vaskulitis-Patient ist in der Regel überall »der Einzige«, dies führt naturgemäss bei Ärzten, Familie und Freunden zu Unsicherheiten. Deshalb ist neben der medizinischen Betreuung, die Ärzte aller Fachrichtungen einbeziehen muss, die umfassende Information des Betroffenen selbst von herausragender Bedeutung.

Häufige Zeichen einr Vaskulitis

Rheumatische Beschwerden
(Schmerzen in Gelenken und Muskeln, gelegentlich auch Gelenkschwellungen)
• Das »rote Auge« (meist in Form einer Lederhautentzündung)
• Plötzlich auftretende Sehstörungen (Verschluss von Augengefässen)
• Beschwerden im Hals-Nasen-Ohren-Bereich (anhaltend verstopfte Nase, blutiger Schnupfenmit Krusten, Hörsturz)
Schmerzhaftes Anschwellen der Schläfenarterie und Sehstörungen
Hautveränderungen, z. B. punktförmiger Ausschlag (Purpura), v. a. an den Beinen, offene Stellen, Geschwüre an Haut und Schleimhäuten, z. B. auch im Mund oder im Genitalbereich, die schlecht abheilen
Kribbeln und andere Missempfindungen (Nervenentzündung) in den Füssen, seltener Händen
Blutige Durchfälle, meist mit krampfartigen Bauchschmerzen verbunden

Die Folgen einer Vaskulitis
Entzündung bedeutet Schwellung. Davon sind besonders die Gefässwände betroffen, die im Extremfall zum Verschluss von Blutgefässen führen kann und damit zur Unterbrechung der Nahrungs- und Sauerstoffzufuhr im betroffenen Organe. Die Auswirkungen sind mit denen eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls beim älteren Menschen infolge Arteriosklerose identisch. Dies kann bei einer Vaskulitis auch in ganz anderen Organen passieren: z. B. Nieren und Lunge. Entzündete Gefässe können sich nicht nur verengen (s. Abbildung) oder verschliessen, sie können auch Aussackungen (= Aneurysma) bilden, platzen (= Ruptur) oder vermehrt durchlässig werden mit Austritt von Blut- oder Blutbestandteile ins umliegende Gewebe.
Die Auswirkungen der Vaskulitis hängen von der Grösse des betroffenen Gefässes ab, von der Ausprägung der Entzündung und natürlich davon, in welchem Organ sich die Vaskulitis abspielt. Der entzündlich bedingte Verschluss eines Hauptgefässes am Herzen hat natürliche ganz andere Folgen als eine alleinige Entzündung von Hautgefässen.

Wichtige Untersuchungen
Jedes dieser o. g. Krankheitszeichen kann auch eine Vielzahl anderer Ursachen haben und bedeutet nicht zwangsläufig die Diagnose »Vaskulitis«. Hier kommt es darauf an, ähnlich eines Puzzle-Spiels, die einzelnen Symptome, die selten alle zusammen auftreten, auch zunächst wieder ohne Therapie verschwinden können, zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. Dazu bedarf es in aller Regel der »Regie« eines Internisten. Fast nie beginnt eine Vaskulitis plötzlich »aus heiterem Himmel« von einem Tag auf den anderen! Meist werden aber erste Symptome nicht beachtet. Wenn der Arzt aufgrund der genauen Befragung des Patienten, auch nach scheinbar nebensächlichen Dingen, und der körperlichen Untersuchung zunächst nur den vagen Verdacht auf eine Vaskulitis hat, müssen unverzüglich weitere Untersuchungen folgen. Diese beinhalten zunächst die Suche nach einer anderen möglicherweise zugrunde liegenden Krankheit (= sekundäre Vaskulitis, s.o.), die dann eine ursächliche Behandlung ermöglicht. Dann müssen die verschiedenen Organe nach Zeichen einer Vaskulitis »abgeklopft« werden, um exakt die Ausdehnung, Schwere und schon mögliche Folgen der Vaskulitis festzustellen.
Blutuntersuchung: Hier sind zunächst die allgemeinen Entzündungszeichen (z. B. erhöhte Blutsenkung, Blutbild, etc.) erstes Indiz für eine Entzündung im Körper. Diese Werte sind aber auch bei vielen anderen Krankheiten verändert und erlauben allein nicht die Diagnose »Vaskulitis«. Antikörper: Bei manchen Vaskulitisarten findet man Auto-Antikörper im Blut, die das Abwehrsystem (Immunsystem) fälschlicherweise gegen körpereigene Strukturen bildet. Normalerweise werden Antikörper ausschliesslich zur Bekämpfung körperfremder »Eindringlinge« (Bakterien u.s.w.) gebildet. Warum plötzlich körpereigene Bestandteile attackiert werden, ist unbekannt. Von herausragender Bedeutung sind ANCA (= Anti-Neutrophile Cytoplasmatische Antikörper), die gegen Teile von weissen Blutzellen (Neutrophilen) gerichtet sind. ANCA scheinen eine besondere Rolle bei der Entstehung von Vaskulitiden zu spielen, und sie sind eine grosse Hilfe für das Feststellen einer Wegener’schen Granulomatose, beim Churg-Strauss-Syndrom und der mikroskopischen Polyangiitis. Organparameter sagen etwas über die Funktion oder Entzündung eines Organs aus, so z. B. für die Niere das Kreatinin und Urintest. Da es aber nicht für viele Organsysteme einfache Bluttests gibt, müssen manchmal andere Körperflüssigkeiten untersucht werden, z. B. Lungenspülwasser (Bronchial-Lavage). Oft muss man auch über verschiedene bildgebende Untersuchungen Rückschlüsse auf eine Vaskulitis ziehen, wobei heute zunehmend Verfahren mit immer weniger oder gar keiner Strahlenbelastung bzw. Ohne Kontrastmittel eingesetzt werden (Sonographie, Magnet-Resonanz-Tomographie = MRT). Letztlich beweisend für die Diagnose »Vaskulitis« bleibt aber nach wie vor die feingewebliche Sicherung unter dem Mikroskop (Histologie).
Von besonderer Bedeutung ist aufgrund des »bunten Bildes« der Vaskulitis die gemeinsame Betreuung des Patienten durch Ärzte verschiedener Fachrichtungen, die sehr eng zusammenarbeiten müssen. So werden z. B. der Internist, der HNO-Arzt, der Augenarzt, der Neurologe oder der Hautarzt, jeder auf seinem Gebiet, nach Zeichen der Vaskulitis suchen, von denen der Patient nicht immer etwas merken muss. Qulle: rheuma-liga.de

Antikörper
Bei manchen Vaskulitisarten findet man sogenannte Auto-Antikörper im Blut, die das Abwehrsystem (Immunsystem) fälschlicherweise gegen körpereigene Strukturen bildet. Normalerweise werden Antikörper ausschliesslich zur Bekämpfung körperfremder "Eindringlinge" (Bakterien u.s.w.) gebildet. Warum plötzlich körpereigene Bestandteile angegriffen werden, ist unbekannt. Von herausragender Bedeutung bei einigen Vaskulitisarten sind ANCA. ANCA steht für Anti-Neutrophile Cytoplasmatische Antikörper. Sie sind gegen das Innere (Cytoplasma) einer bestimmten Gruppe von weissen Blutzellen (Neutrophilen) gerichtet. ANCA scheinen eine ganz besondere Rolle bei der Entstehung von Vaskulitiden zu spielen und sie sind eine grosse Hilfe für das Feststellen einer Wegenerschen Granulomatose, beim Churg-Strauss-Syndrom und der mikroskopischen Polyangiitis. Quelle: rheumazentrum.de


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